Tiroler Volkstheater 2021

Veröffentlicht von ÖBV Theater am in NACH-LESE

„Allerhand Kreuzköpf – Gschichten und Gstalten aus den Tiroler Alpen“
Von Karl Schönherr – dramatisiert und bearbeitet von Franziska Rudolf

Der Theater Verband Tirol und 11 seiner Mitgliedsbühnen setzten einen beachteten Glanzpunkt bei den Tiroler Volksschauspielen in Telfs.

Was macht unser Tiroler Volkstheater aus? Darüber zermartern sich immer wieder bedeutende Theaterleute aus Nah und Fern unseren Kopf. Diskussionen, Schriften, Wortspenden mit mehr oder weniger Qualität, profilierungsverdächtige Engagements oder besserwisserische Empörung. Die gesamte Palette eben, und natürlich nur zum selbstlosen Zwecke, uns klarmachen zu wollen, wie es ginge oder wie wir aus unseren „rührenden“ Versuchen nach theaterelitärer Anerkennung an Qualität zulegen könnten.

Herzlichen Dank an alle dafür und ich bin mir sicher, dass der eine oder andere Tipp auch wertvoll sein könnte, denn niemand ist perfekt.

Wir aber besinnen uns auf unsere Leidenschaft und reden nicht viel darüber, sondern machen es einfach. Jeder nach seiner Manier. Konventionell, revolutionär, altmodisch, postmodern oder ganz einfach. Es kann auch mal zu weit gehen oder zu kurz greifen. Einiges ist langweilig, oft gesehen, immer das gleiche, anderes ist ergreifend, mutig und einzigartig. Das meiste ist dazwischen. So wie das Leben. Das ist Volkstheater.

Die Tiroler Volksschauspiele in Telfs waren immer ein besonderer Ort für unser Metier. Großartige Theaterleute gingen daraus hervor oder kamen dorthin zurück. Unser Flaggschiff.

Zuerst schien es ein wenig vor Anker zu liegen, dann kam es in stürmische Gefilde, irgendwann wird es wieder schön im Wind segeln.

Dort jedenfalls bei den Volksschauspielen 2021 wurden 11 Bühnen des Theater Verbandes Tirol geladen. Man höre und staune.

Unsere Idee wurde also angenommen und los ging´s ohne viel Gerede.

Aus mehreren Gründen war diese Zusammenarbeit beachtenswert. Endlich war der Theater Verband-Riesendampfer (um die für uns Tiroler*innen naheliegende maritime Metapher weiter zu strapazieren) in Telfs gelandet. Immerhin tummeln sich an die 6.000 Theaterleute im Umfeld unseres Vereins. Immerhin spielen unsere fast 300 Bühnen in jedem Dorf vor Hunderttausenden Zuschauer*innen – Jahr für Jahr.

Es gab tatsächlich eine Schönherr-Uraufführung! Für meine Begriffe eine viel zu wenig beachtete kleine Theatersensation. Und dann trafen sich dort noch 60 Theaterleute aus dem ganzen Land, um gemeinsam ein Stück auf die Bühne zu bringen. Jedenfalls war unser Erfolg durchschlagend. Die erfolgreichste Theaterproduktion in Telfs 2021 und das mit nur vier Vorstellungen. Gratuliere noch einmal an alle Beteiligte!

Wie kam das künstlerisch zustande. Es wurden 11 Kurzgeschichten des Schönherrschen Frühwerks „Tiroler Leut“ zu Minidramen dramatisiert und dann zu einer Geschichte zusammengedampft. (Diese Minidramen, sowie das gesamte Stück liegen in der Bibliothek des Verbandes auf.) Das ermöglichte unseren Mitgliedsbühnen, auf ihren Brettern je ein Minidrama mit eigener Regie zu produzieren. Alle kamen dann zu zwei Wochenenden zusammen und unter der Koordinations-Regie von Thomas Gassner (meine Wenigkeit) wurde ein wundersamer Volksschauspielabend gestaltet. Da Eigenlob bekanntlich weniger duftet und ich das anderen überlasse, möchte ich nur festhalten, dass alle (und ich meine wirklich alle) eine wunderschöne Zusammenarbeit erlebten, sich austauschten, gemeinsam feierten und eben auch Schönherr-Texte erstmals in beachtlicher Qualität auf die Bühne brachten.

Das BogenTheater Innsbruck, die Gaststubenbühne Wörgl, die Kolpingbühne Wattens, die Sendersbühne Grinzens, die Volksbühne Oberperfuss, das Theater Quartier B2 Haiming, das Stadttheater Kufstein, die Voksbühne Telfs, der Theaterverein Stumm, das Kleine Bezirkstheater Stams und die Heimatbühnen Trins/Wipptal mit ihren Regisseur*innen, Spieler*innen, Maskenbilder*innen und helfenden Händen haben gemeinsam das Telfer Rathaus gerockt! Manfred Sonntag hat die Bühne gebaut und die Abendregie übernommen und Priska Teràn und Conni Schuster vom Theater Verband Tirol die notwendige administrative Unterstützung gegeben.

Euer Thomas Gassner

Theater unter Sternen

Veröffentlicht von ÖBV Theater am in NACH-LESE

2020, als die Kultur wegen der Pandemie so lange stillstehen musste,  wurde aus dieser Not eine kleine Tugend. Denn das Innsbrucker BogenTheater folgte dem Ruf der Tiroler Landesmuseen und stellte zum ersten Mal das Theater unter Sternen im Rahmen des Kultursommers im Zeughaus auf die Beine. Ein neues Konzept, das im Folgejahr von einem eigens dafür gegründeten Verein fortgesetzt wurde. 

Und das Programm war ein Erfolg. Denn Theaterschaffende konnten wie schon im Vorjahr zurück auf die Bühne finden. Und das geneigte Publikum war erfreut und konnte erneut ein 3 wöchiges buntes und aufregendes Programm im Innenhof des Innsbrucker Zeughauses unter freiem Himmel genießen.

Theater unter Sternen in Innsbruck, im Zeughaus – Freilufttheater. 

Das gab es in dieser Form noch nicht in Innsbruck:  professionelle sowie Amateur*innen-Gruppen fanden sich bei diesem Festival zusammen und zeigten die Vielfältigkeit der Innsbrucker sowie Tiroler Theaterlandschaft. Und genau das soll es nun jährlich geben. Die Zusammenarbeit zwischen den Tiroler Landesmuseen, im Speziellen mit dem Zeughaus, und dem Verein Theater unter Sternen soll fortgeführt werden  und zu einem festen Programmpunkt des Innsbrucker Kulturlebens werden.

Applaus-Preisverleihung an Joco Hollos

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Die höchste Auszeichnung, die der ÖBV THEATER zu vergeben hat – der APPLAUS – wurde am Samstag, den 6. November 2021, an Josef “Joco” Hollos vergeben. Die alljährliche ADDA-Sitzung, die 2021 nunmehr in Präsenz in Österreich stattfinden konnte, war ein würdiger Rahmen für diese Preisverleihung – sie zeichnet ein Lebenswerk aus.

Die Laudatio hielt Norbert Radermacher, Ehrenpräsident des BDAT, er wies auf das unermüdliche Streben des Geehrten nach gutem Theater für alle Jugendlichen hin. Joco Hollos forderte in seinem Dank das Publikum auf, den Bildungsauftrag der österreichischen Schule ernst zu nehmen.

Fotos: Zaug-Graff, CH

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